Sicherungssysteme

EINE ANLAGE ZU SICHERN IST ZWINGEND ERFORDERLICH, UM DIE KÖRPERLICHE UNVERSEHRTHEIT DER FAHRGÄSTE ZU GEWÄHRLEISTEN UND UM ALL DIEJENIGEN ZU BERUHIGEN, DIE VOR DEM GESETZ FÜR DIE SICHERHEIT DER ANLAGE VERANTWORTLICH SIND: der Eigentümer/Betreiber oder sein rechtmäßiger Vertreter (z.B. der Hausverwalter), die Wartungsfirma, die für die wiederkehrenden Prüfungen zugelassenen Benannten Stellen (insbesondere der Ingenieur, der den Prüfbericht unterschreibt), der Installateur und der Hersteller.

Unfallstatistiken der letzten 40 Jahre zeigen, dass hydraulische Aufzüge sicher sind. GMV S.p.A. ist ein klares Beispiel dafür und bestätigt diese Statistik mit gut 800.000 weltweit verkauften Hydraulik-Aggregaten in fast 60 Jahren. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass diese Produkte auch dem Verschleiß und der Materialermüdung unterliegen und somit überprüft werden müssen.

In den letzten Jahren kam es auf allen Gebieten zu einem wachsenden Bewusstsein gegenüber Verbesserungen der Sicherheit. Die Erfahrung zeigt, dass in der Vergangenheit viele potentielle Risiken nicht berücksichtigt wurden, umso mehr hat im Laufe der Zeit die Vorbeugung von Unfällen an Wichtigkeit gewonnen. Die Öffentlichkeit hat sich mit Recht immer mehr dem Thema Sicherheit gewidmet.

Die Maschinen-Richtlinie 2006/42/CE sieht vor, dass „die Maschinen-Anlage  in der Weise geplant, gebaut und, wo nötig, mit Sicherheitsvorrichtungen versehen wird, um unbeabsichtigte Fahrbewegungen der Kabine sowohl im Aufwärts- als auch im Abwärtslauf zu verhindern“ (6.4.1.).

Die jüngsten Normen sind dieser Forderung auch für Aufzugsanlagen gefolgt, insbesondere  die Gesetzesänderung A3 der Richtlinien EN 81-2, die am 1.1.2012 in Kraft getreten ist und heute in die neue Richtlinie E81.20 integriert wurde. Sie verlangt bei neuen Aufzugsanlagen den Einbau von Sicherheitsvorrichtungen, die eine unbeabsichtigte Kabinenbewegung bei offenen Türen verhindern.

Diese Richtlinie fand konkrete Anwendung mit der Einführung des Doppelschluss-Sicherheitssystems im hydraulischen Ventilsteuerblock.

Auch die bestehenden Aufzugsanlagen sind von der Richtlinie EN 81.80 betroffen. Diese Richtlinie wurde erstmals 2003 veröffentlicht. Dort ist von einem „hohen“ Risiko der unbeabsichtigten Kabinenbewegungen bei offenen Türen die Rede.

Da dieses Thema hochaktuell ist, hat das CEN (Europäisches Komitee für Normung) im Juni 2016 die Richtlinie EN.81.80  überarbeitet und durch eine aktualisierte Version (pr EN 81-80:2016) ersetzt, die in die jüngste Richtlinie EN 81.20 eingeflossen ist.

Die Richtlinie EN 81.80 dient als Leitfaden  für:

  • Eigentümer/Betreiber, die ihrer Verantwortung gegenüber den geltenden Vorschriften nachkommen möchten
  • Wartungsfirmen und/oder Prüfstellen, zur Aufklärung der Eigentümer über die Sicherheit ihrer Aufzugsanlagen

Man sollte wissen, dass der Aufzug das am meisten verwendete Transportmittel der Welt ist, und auch eines der ältesten: von ca. 2 Millionen betriebenen Hydraulik-Aufzügen sind ca. 20 %  (400.000) älter als 25 Jahre. Viele in Betrieb befindliche Anlagen bieten ihren Benutzern nicht das Maß an Sicherheit (auch wenn Vorsicht und  gesunder Menschenverstand dies erwarten ließe), das für neue Anlagen durch die Gesetzesnovellierung A3 der Norm EN 81-2 vorgeschrieben ist.

ES GIBT OBJEKTIVE GRÜNDE DAFÜR, DASS ALTE HYDRAULIK-STEUERAGGREGATE GESICHERT und allen Benutzern ein gleiches Maß an beruhigender Sicherheit garantiert werden sollte, unabhängig vom Alter der Anlage.

DOPPELSCHLUSS-SICHERHEITSSYSTEM

Die alten Hydraulik-Aufzüge weisen normalerweise kein Doppelschluss-Sicherheitssystem auf, teilweise auch keinen Verschlussschieber.

Bei den vor 2012 installierten Hydraulik-Aufzügen war lediglich die doppelte Sicherheit durch ein Absperrventil (Schieber) und das Rückholsystem gegeben. Es ist also nachvollziehbar, wie begrenzt die Sicherheit ist, wenn es zu Leckagen beim Überströmventil kommt und das Rückholsystem nach 20 Minuten seine Funktion wegen Öl- und Motorenüberhitzung einstellt. Als Folge davon fällt die doppelte Sicherheit aus, es können  Kabinenbewegungen bei offenen Türen hervorgerufen werden.

Eine ähnliche Situation kann bei Stromausfall auftreten, was zu einem Ausfall des Motors und folglich auch des Rückholsystems führen kann.

DAS DLV-VENTIL

Durch das DLV-Ventil wird die Doppelschluss- Sicherheit in die von GMV (oder von anderen Herstellern) produzierten Ventile eingeführt. Es handelt sich um ein elektrisch geschaltetes Rückschlagventil, das serienmäßig zwischen dem Heber und dem Hauptverteiler installiert ist. Es ist möglich, das DLV-Ventil in weniger als 2 Stunden zu installieren.

ÜBERPRÜFUNG DES VENTILSTEUERBLOCKS

Es ist eine wiederkehrende allgemeine Überprüfung des Ventilsteuerblockes erforderlich. GMV bietet in seinem Werk in Novara einen Überprüfungsservice für Ventile und komplette Antriebsaggregate an.

ÖLWECHSEL

Hydraulisches Öl unterliegt nach mehreren Jahren dem Verschleiß und muss ausgewechselt werden. Unter Berücksichtigung der neusten gesetzlichen Regelungen zum Umweltschutz, ist es empfehlenswert, Mineral- oder synthetische Öle durch das biologisch abbaubare Ökologische Fluid zu ersetzen. Das Ökologische GMV-Fluid ist ein hydraulisches Öl auf synthetischer Basis mit dem Index der biologischen Abbaubarkeit von >70 %. Bei unabsichtlichem Austritt von Fluid ist der Betreiber der Aufzugsanlage vor strafrechtlichen Folgen geschützt.

GMV sieht es als seine Pflicht an, seine Kunden über dieses Thema zu informieren und es allen Interessierten stärker ins Bewusstsein zu rücken. Aus diesem Grund hat GMV bereits in der Vergangenheit Trainingseinheiten für Fahrstuhlinstallateure, Prüfer der Notifizierten Stellen und Hausverwalter organisiert.

GMV bietet kostengünstige Produkte an, die diesen Forderungen nachkommen