ERDBEBENSICHERER AUFZUG GREEN LIFT GEMÄSS DER NORM EN 81.77

Die Norm EN 81.77 sieht vor, dass ein Aufzug unter Berücksichtigung des Grads der Erdbebengefährdung in seinem Installationsgebiet, entwickelt, geplant und produziert werden muss. Die Norm wurde im ersten Abschnitt des Jahres 2014 harmonisiert.

Es wurden Karten  angelegt, die das potentielle Erdbebenrisiko jeder spezifischen Gegend Europas darstellen.

Laut Gesetz muss vom Bauträger für jeden Neubau je nach Gebiet die maximale Horizontalbeschleunigung (Ah) definiert werden, die bei einem Erdbeben auftreten kann. Die Planungskriterien des Neubaus müssen der Erdbebenanfälligkeit des zu erbauenden Gebäudes angepasst werden.

Laut Norm EN 81.77 müssen auch alle Planungskriterien für Aufzüge den Grad der Horizontalbeschleunigung (Ah) berücksichtigen.

Die Installierung von Aufzügen gemäß Norm EN 81.77  in Erdbebengebieten, wo für Neubauten bereits das seismische Risiko berücksichtigt wurde,  ist dem gesunden Menschenverstand überlassen, denn es schließt die Möglichkeit aus,  dass Aufzüge nach einem Erdbeben nicht mehr benutzbar sind, und dies in Gebäuden, die das Erdbeben unbeschadet überstanden haben.

Hydraulik-Aufzüge benötigen geringere Veränderungen, um die EN 81.77 Norm zu erfüllen. Demnach haben die normgerechten Hydraulik-Anlagen einen Wettbewerbsvorteil im Hinblick auf Einfachheit der Bauweise und Preisgestaltung gegenüber mechanischen Anlagen, die ebenso dieser Norm entsprechen.

Die der Norm EN 88.71 entsprechenden Aufzüge weisen folgende Merkmale auf:

  • Der Tragrahmen hat geeignete Schutzvorrichtungen, um das Heraustreten der Gleitführungen aus den Führungsschienen während eines Erdbebens zu verhindern
  • Die Berechnungen der Führungsschienen berücksichtigen die von der maximalen Horizontalbeschleunigung (Ah) generierten Trägheitskräfte
  • Die Kabinentüren weisen eine zusätzliche Blockierung mit denselben Eigenschaften wie die der Etagentüren auf, um ein unbeabsichtigtes Öffnen zu vermeiden
  • Für Aufzüge mit einer Förderhöhe von über 20 m (typisch für elektrische Aufzüge) sind die Regelungen noch strenger
  • Bei elektrischen Aufzügen, nicht jedoch bei hydraulischen, muss die Fahrt im Falle eines Erdbebens zum Stillstand kommen, mit verminderter Geschwindigkeit zur voreingestellten Etage fahren und mit offenen Türen außer Betrieb bleiben. Um ein Erdbeben erkennen zu können, müssen elektrische Aufzüge besondere Sensoren verwenden. Daher können Hydraulik-Aufzüge auch während eines Erdbebens in Betrieb gehalten werden.
  • Sowohl elektrische als auch hydraulische Aufzüge müssen bei Stromausfall (häufig bei Erdbeben) über eine Batterie betriebene Stromversorgung verfügen, um die oben beschriebene Notfallsteuerung zu garantieren

Erdbebensichere Aufzüge sind in Gebieten mit hohem seismischem Risiko besonders angebracht. In Europa sind dies Italien, Griechenland, Rumänien, Portugal, die Türkei, einige Zonen Spaniens und Frankreichs.

In Italien sind – bedingt durch die geologische Struktur des Landes – Gebiete wie Sizilien, die östlichen Alpen und die Städte entlang dem zentral-südlichen Apennin – von den Abruzzen bis nach Kalabrien – von häufigen starken Erdbeben betroffen.

Gemäß der Klassifizierung durch das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) wurde Italien nach 2002 in vier Zonen unterteilt:

  • Zone 1 – Das meist gefährdete Gebiet. Äußerst starke Erdbeben sind möglich
  • Zone 2 – Starke Erdbeben möglich
  • Zone 3 – Starke Erdbeben möglich, jedoch eher selten.
  • Zone 4 – Wenig gefährdetes Gebiet. Erdbeben sind selten.

ascensore antisismico

HYDRAULIK-AUFZÜGE:  ANLAGEN MIT GERINGER ERDBEBENANFÄLLIGLKEIT

In Übereinstimmung mit der Norm EN 81.77, die erdbebensichere Aufzüge definiert, lässt sich davon ausgehen, dass Hydraulik-Aufzüge,  bedingt durch ihre baulichen Eigenschaften,   Anlagen mit geringer Erdbebenanfälligkeit sind.

Verschiedene namhafte Fachzeitschriften¹  der Aufzugsbranche berichten in wissenschaftlichen Artikeln übereinstimmend bezüglich der kürzlich durch Erdbeben verursachten Schäden in Italien und im Ausland, dass Aufzüge mit hydraulischer Technologie im Falle eines Erdbebens weit weniger gefährdet sind als elektrische Aufzüge der letzten Generation, da sich bei diesen das Gegengewicht und die Maschinerie im Aufzugsschacht befinden.

Hydraulik-Aufzüge

  • haben keine schwebenden Massen (der Maschinerie und des Gegengewichts)
  • Das Hauptproblem bei den elektrischen Aufzügen während eines Erdbebens war das Austreten des Gegengewichtes aus den jeweiligen Führungen, was zusätzliche Schäden an den Schachtwänden und teilweise an den Kabinendächern verursacht hat.
  • Die Maschinerie (Heber und Antriebsaggregat) befindet sich unten (in der Schachtgrube oder in ihrer direkten Nähe)
  • Anders als für die elektrischen Aufzüge (Zugsystem) benötigt das Notfallsystem der hydraulischen Aufzüge keine Notstromversorgung. Bei den elektrischen Aufzügen besteht ein Notfallsystem aus einem recht kostspieligen Batteriepaket und verlangt den Eingriff von hochspezialisiertem Personal der Montagefirma. Die hydraulischen Aufzüge dagegen sind mit einem einfachen wirkungsvollen Notfallsystem ausgestattet, indem das Fluid durch Schwerkraft mittels einer Drucktaste auf dem Steuerblock abgelassen wird, was also auch bei einem vollständigen Stromausfall und von geschultem, jedoch nicht spezialisiertem Personal (wie zum Beispiel dem Hausmeister), ausgeführt werden kann.

Folglich können bei einem Erdbeben die hydraulischen Anlagen aufgrund ihrer geringeren Anfälligkeit für „Anlagenstillstände“ auch während und gleich nach dem Erdbeben für verschiedene Zwecke in Betrieb gehalten werden.

¹ “Terremoto in Israele” von Ami Lustig – Elevatori Marzo/Aprile 1996 – “Terremoto in Umbria: gli effetti sugli ascensori” von Paolo Tattoli (Ingenieur und Forscher des ISPESL – Istituto Superiore per la Prevenzione e la Sicurezza del Lavoro) – Elevatori Marzo/Aprile 1998 – “Elevator Safety in Seismic Regions” von Dr. F. Celik – LiftReport 2/2006 “Ascensore antisismico” von Lazaros Asvestopoulos & Lazaros Baliktsis – Elevatori Novembre/Dicembre 2007 – “Terremoto” von Giovanni Varisco – Elevatori Maggio/Giugno 2009.

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